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Erbrechtskanzlei Papenmeier

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht



Vollmachtsmissbrauch und Ausnutzung der Hilflosigkeit älterer Menschen

Jeder kann zu einer bestimmten Zeit darauf angewiesen sein, dass ihm andere helfen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, die in vielen Fällen auch gut funktionieren, z.B. Vorsorgevollmachten, Bankvollmachten, Online-Banking-Zugang oder die Ausstellung einer zweiten Bankkarte. Leider häufen sich aber auch die Fälle, in denen diese Instrumente dazu genutzt werden, an das Geld des hilfsbedürftigen Menschen zu gelangen.
  1. Fälle in der Praxis
    1. Barabhebungen durch den Bevollmächtigten
    2. Barabhebungen durch den Betroffenen
    3. Schenkungen
    4. Bevollmächtigter als Alleinerbe / Pflichtteil
    5. Bevollmächtigter nutzt Konto des Vollmachtgebers für sein Geld
  2. Strategie und Taktik
    1. Vollmachtswiderruf
    2. Informationsbeschaffung
    3. Rechnungslegung

Fälle in der Praxis

Auch wenn der Missbrauch der Vorsorgevollmacht, Bankkarte, etc. im Kern immer gleich ist, gibt es verschiedene Fallgruppen mit teilweise erheblichen rechtlichen Unterschieden.

Barabhebungen durch den Bevollmächtigten

Wer die Angelegenheiten des Betroffenen besorgt, muss dafür in der Regel monatlich Geld abheben. Ob das mit einer Vollmacht, einer zweiten Bankkarte oder (unzulässig) mit der Bankkarte des Betroffenen geschieht, spielt keine Rolle. Ein Problem wird allerdings daraus, wenn der Bevollmächtigte einen Teil des abgehobenen Geldes für sich selbst behält.

Der rechtliche Ausgangspunkt ist einfach. Der Bevollmächtigte muss das, was er nach Beendigung des Auftrags übrig hat, an den Erblasser bzw. die Erben herausgeben.1 Die Schwierigkeiten bestehen im tatsächtlichen Bereich. Wieviel wurde genommen? Was ist damit geschehen? Wurde es an den Erblasser übergeben oder für ihn verwendet? Gab es Schenkungen? Konnte der Erblasser überhaupt noch einen freien Willen bilden?

Barabhebungen durch den Betroffenen

In verschiedenen Fällen hebt der Betroffene selbst Bargeld ab, meist große Einmalbeträge von 30.000 bis 50.000 €. Diese Beträge sind dann jeweils weg. Die Schwierigkeit besteht darin, den Verbleib des Geldes nachzuvollziehen und ggf. auch noch zu beweisen. Letztlich läuft es dann auf die Frage hinaus, ob der Betroffene (nachweisbar) geschäftsunfähig war, weil dann die Bank nicht wirksam geleistet hat.

Schenkungen

Es existiert ein Schriftstück, wonach der Vollmachtgeber dem Bevolmächtigten das Geld, die Aktien, etc. schenken wollte. Unerheblich ist dabei, ob der Bevollmächtgte die Schenkung selbst vollzogen hat oder ob der Vollmachtgeber dafür selbst unterschrieben hat. Diese Fälle lassen sich manchmal über die Formvorschrift in § 311b Absatz 3 BGB lösen. Danach muss ein Vertrag notariell beurkundet werden, wenn der Schenker sein gegenwärtiges Vermögen oder einen Bruchteil davon verschenkt. Das gilt allerdings nicht, wenn konkrete Einzelgegenstände oder Geldbeträge verschenkt werden. In den anderen Fällen läuft es auf die Frage hinaus, ob der Vollmachtgeber geschäftsfähig war.

Bevollmächtigter als Alleinerbe / Pflichtteil

Wenn der Bevollmächtigte testamentarischer Alleinerbe ist, hat er auf den ersten Blick eine sichere Position. Denn er hätte das Geld, das er weggenommen hat, ja vielleicht sowieso geerbt. Gibt es jedoch Pflichtteilsberechtigte, so erhalten diese ihren Pflichtteilsanspruch auch aus dem Wert des Rückforderungsanspruchs des Erblassers gegen seinen Bevollmächtigten. Der Pflichtteilsberechtigte hat einen umfassenden Auskunftsanspruch aus § 2314 Absatz 1 BGB. In welchem Umfang davon auch eine Art Rechnungslegung umfasst ist, die zur Bezifferung der Ansprüche aus den unberechtigten Entnahmen erforderlich ist, ist in der Rechtprechung bisher nicht geklärt. Aus meiner Sicht sind die Angaben in das Nachlassverzeichnis aufzunehmen, da andernfalls der Pflichtteilsanspruch nicht bezifferbar ist.

Bevollmächtigter nutzt Konto des Vollmachtgebers für sein Geld

Ab und an gibt es einen Fall, der genau anders herum liegt. Der Bevollmächtigte nutzt das Konto des Vollmachtgebers dazu, um Geschäfte mit seinem eigenen Geld zu tätigen. In diesen Fällen werden dann oft Treuhandabreden behauptet, wenn die Vollmacht widerrufen ist und er Bevollmächtigte nicht mehr an sein Geld herankommt. Der Erbe des Vollmachtgebers bestreitet dies mit Nichtwissen. Die Beweislast liegt beim Bevollmächtigten. Die Fälle hängen sehr vom Einzelfall und den verfügbaren Unterlagen ab. Geschahen die Handlungen mit oder ohne Wissen und Wollen des Vollmachtgebers? Welche Zwecke standen dahinter? Gibt es Anhaltspunkte für Schenkungen?

Strategie und Taktik

Die oben dargestellten Fälle werden in der Regel nicht außergerichtlich erledigt, es sei denn der Betroffene oder seine Erben geben auf oder zu einem großen Teil nach. Alle anderen Fälle gehen vor Gericht. Dies kostet zusätzliches Geld und zusätzliche Zeit. Daher ist es wichtig, dass die Fälle in einer bestimmten Art und Weise bearbeitet werden.

Vollmachtswiderruf

Wenn weiterer Missbrauch zu befürchten ist, sollten schnellstmöglich alle Vollmachten widerrufen werden. Dazu habe ich hier ein Muster.

Informationsbeschaffung

Regelmäßig sollten die verfügbaren Informationen beschafft werden, bevor der Bevollmächtigte zur Rechnungslegung aufgefordert wird. Die Kontoauszüge müssen angefordert werden. Sodann sollten alle Barabhebungen oder fraglichen Überweisungen in einer Tabelle aufgelistet werden. Ich habe dazu ein Programm zur Erfassung der Rechnungslegung entwickelt, das sich allerdings noch in der Testphase befindet. Bisher werden diese Aufgaben in der Regel mit Excel erledigt.

Nachdem alle Entnahmen aufgelistet sind, muss die Frage beantwortet werden, wovon der Betroffene gelebt hat. Gingen die wesentlichen Ausgaben direkt vom Konto ab oder wurden sie wahrscheinlich bar bezahlt? Gab es "Essen auf Rädern"? Wohnte der Betroffene im eigenen Eigentum oder zur Miete?

Rechnungslegung

Unabhängig von den einzelnen Fallkonstellationen gibt es in der Regel einen Auskunftsanspruch aus § 666 BGB gegen den Bevollmächtigten. In der Regel wird dieser Auskunftsanspruch nicht oder nur unzulänglich erfüllt. Dies ist der Punkt, an dem der Fall mit einer Stufenklage zum Gericht geht.

Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, empfehle ich Ihnen eine Erstberatung.

Ihr

Dr. Thomas Papenmeier 
1 § 667 BGB.
4,9 von 5 (41 Bewertungen)
Danke für die Hilfe mit meinem Pflichtteilsanspruch.
Peter M. – 22.06.2026
Sehr nette und überaus kompetente Beratung bezüglich einer Erbangelegenheit. Schnelle Antwort zur Ko … mehr
I. F. – 06.10.2024
Ich habe Herrn Dr. Papenmeier im Zuge eines Pflichtteilsstreites beauftragt und kann mitteilen, dass … mehr
D. S. – 15.05.2024
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R. J. – 06.09.2021
Vielen Dank Herr Kollege für den praktikablen Indexrechner! Mit kollegialen Grüßen, Dr. Sonja Köhler
S. K. – 16.11.2020
Herr Dr. Papenmeier hat auf dem schwierigen Gebiet des Erbrechtes eine sehr hohe Kompetenz. In den G … mehr
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Herr Papenmeier hat hervorragend sachgerecht und praxistauglich Auskunft erteilt, wo andere "herumei … mehr
J. K. – 17.06.2019
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D. K. – 03.10.2017
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U. K. – 02.10.2017
Seit 30 Jahren keinen Kontakt zum Vater. Dr. Papenmeier hat mir meinen Pflichtteil verschafft. Abwic … mehr
M. N. – 21.09.2017
Hatte den Pflichtteil nach Muster auf der Webseite geltend gemacht. Mutter hat nicht geantwortet. Dr … mehr
M. M. – 04.02.2017
Herr Papenmeier hat uns schnell und verständlich vorgerechnet, wie unsere Erbengemeinschaft geteilt  … mehr
L. B. – 20.10.2016
Fast 5 Jahre schmutziger Pflichtteilsstreit der durch meine Geschwister gegen mich geführt wurde. Se … mehr
M. L. – 20.06.2016
Pflichteil meiner Tochter, da ihr Vater gestorben ist. Alles zur vollsten Zufriedenheit.
Y. K. – 20.05.2016
Ich war zur Erstberatung. Mein Bruder ist gestorben und meine Mutter lebt noch. Er hat trotz meiner  … mehr
R. S. – 15.02.2016
Ich kam zu Dr.Papenmeier, weil ich meine Erbausschlagung anfechten wollte. Er wollte mein Erbe als V … mehr
A. K. – 13.02.2016
Antwort der Kanzlei: Ich habe für Sie einen Antrag auf Prozesskostenhilfe beim Landgericht Stendal gestellt. Dieses hat die Prozesskostenhilfe teilweise für einen Anspruch von 35.000 € gewährt und im übrigen zurückgewiesen. Auch das OLG Naumburg wollte keine weitergehende Prozesskostenhilfe gewähren. Ich schlug daraufhin vor, dass Sie die 35.000 € einklagen. Das wollten Sie aber nicht mehr. Da ich weder etwas für die Entscheidung des Gerichts, noch für Ihre eigene Entscheidung kann, den Anspruch nicht weiter zu verfolgen, emfpinde ich die Bewertung als unfair.
Herr Dr. Papenmeier versteht etwas von seinem Fach. Ich bin selber Anwalt und bearbeite ein Pflichtt … mehr
W. B. – 26.11.2015
Einer der besten Anwälte für Erbrecht den ich kennen lernen durfte , eine Koryphäe im Erbrecht , und … mehr
D. K. – 26.10.2015
Testament, Vorsorgegestaltung, alles zur vollsten Zufriedenheit erledigt.
S. F. – 25.10.2015
Ich kümmere mich jeden Tag um meine Tante. Leider geht es ihr jetzt sehr schlecht. Meine Schwester h … mehr
A. V. – 04.09.2015
Der Anwalt ist der Hammer! Zwei Briefe und schon hatte ich mein Geld.
T. U. – 17.08.2015
Wir waren sehr positiv überrascht, wie Herr Papenmeier unsere Interessen vor dem Richter vertreten h … mehr
S. J. – 23.07.2015
Meine Frau und ich wollten unsere Erbfolge regeln. Herr Dr. Papenmeier nahm im Erstgespräch seinen L … mehr
J. M. – 09.07.2015
Mein Vater hat mich enterbt. Ich habe meinen Pflichtteil geltend gemacht.
J. K. – 23.06.2015
Meine Frau und ich haben jeweils ein Kind. Wir waren deshalb bei Dr. Papenmeier zur Beratung. Er nah … mehr
O. B. – 30.05.2015
Danke und Grüße vom "Spezialfall" aus Berlin.
F. S. – 19.05.2015
Mir hat sehr gefallen, dass ich mir die Kosten vorher auf der Webseite ansehen konnte. http://www.er … mehr
T. B. – 05.05.2015
Nach dem Tod meines Mannes wollte sein Sohn den Pflichtteil. Ich ließ alles von der Erbrechtskanzlei … mehr
R. L. – 30.04.2015
Ich, kinderlos, möchte Geld an meinen Neffen und dessen Tochter verschenken. Ich wollte wissen, wie  … mehr
I. U. – 16.04.2015
Wir haben von Vati nur ein Haus geerbt. Und dazu noch Schulden. Geld war keins da. Die Bank wollte,  … mehr
U. M. – 04.04.2015
Schnelle Hilfe in der Not! Das gibt 5 Sternchen! Vielen Dank!
A. P. – 02.04.2015
Ich hatte große Angst, dass ich für die Schulden meiner Frau aufkommen muss. Nun kann ich wieder etw … mehr
A. H. – 26.03.2015
Wir danken für die umfangreiche Erstberatung.
M. M. – 19.03.2015
Endlich mal ein Spezialist, der diesen Namen verdient! Mein Bruder wollte unser Elternhaus versteige … mehr
B. H. – 10.03.2015
Unser Vater hatte eine neue Frau. Leider hat er sie zu seiner Erbin eingesetzt. Wenigstens hat er un … mehr
S. B. – 06.03.2015
Gute Beratung. Danke.
E. S. – 02.03.2015
Wir hatten eine Erstberatung, nachdem meine Schwester mit einer Vorsorgevollmacht den Nachlass geplü … mehr
M. S. – 28.02.2015
Wir haben Herrn Dr. Papenmeier leider erst aufgesucht, nachdem unser Anwalt aus Aue das Verfahren be … mehr
T. B. – 26.02.2015
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