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Erbrechtskanzlei Papenmeier

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht



Vollmachtsmissbrauch - Muster

Ein Bevollmächtigter hat seine Vorsorgevollmacht oder Kontovollmacht missbraucht? Es sind unerklärbare Abhebungen auf dem Kontoauszug? Was nun?

Bitte nutzen Sie die nachfolgenden Muster, um die Bank und den Bevollmächtigten anzuschreiben. Wenn Sie auf Schwierigkeiten stoßen, helfe ich Ihnen gern weiter.

Vollmachtswiderruf gegenüber der Bank

[Im Betreff Kontonummer angeben, wenn bekannt]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin ein Miterbe des Erblassers [..., geboren am ..., verstorben am ..., zuletzt wohnhaft ...]. Ich füge Ihnen eine Ausfertigung des Erbscheins bei [wenn nicht vorhanden: das, was Sie haben: Testament, Eröffnungsniederschrift, Geburtsurkunde].

Ich widerrufe
- sämtliche Vollmachten, die der Erblasser erteilt hat,
- sämtliche Einzelverfügungsbefugnisse für Konten des Erblassers und
- sämtliche Weisungen, die der Erblasser oder ein Bevollmächtigter erteilt haben.

Die Widerrufserklärung erfolgt sowohl in meinem eigenen Namen, als auch im Namen der Erbengemeinschaft. [bei Alleinerbe weglassen]

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]

Schreiben an den Bevollmächtigten

Sehr geehrte Frau/Herr ...,

ich bin ein Miterbe des Erblassers [..., geboren am ..., verstorben am ..., zuletzt wohnhaft ...]. Ich füge Ihnen eine Ausfertigung des Erbscheins bei [wenn nicht vorhanden: das, was Sie haben: Testament, Eröffnungsniederschrift, Geburtsurkunde].

Ich widerrufe hiermit sämtliche Vollmachten, die Ihnen der Erblasser erteilt hat. Der Widerruf erfolgt sowohl in meinem eigenen Namen, als auch im Namen der Erbengemeinschaft. [letzten Satz bei Alleinerbe weglassen]

Ich fordere Sie auf,
1. alle Vollmachtsurkunden zu meinen Händen herauszugeben und
2. Auskunft zu erteilen, ob und an wen Sie Untervollmachten erteilt haben.

Sie haben Geld vom Konto des Erblassers abgehoben. Nach §§ 666, 259 Abs. 1 BGB müssen Sie über die Auftragsführung Rechenschaft ablegen. Falls Sie aus der Auftragsführung Geld erlangt haben, müssen Sie dieses an die Erbengemeinschaft herausgeben (§ 667 BGB). Falls Sie Geld auftragswidrig verwendet haben, müssen Sie hierfür Schadensersatz leisten (§ 280 BGB). Ich fordere Sie daher weiterhin auf,

3. Rechenschaft über Ihre Auftragsführung abzulegen und hierzu ein geordnetes Verzeichnis aller Einnahmen und Ausgaben vorzulegen. Soweit Belege vorhanden sind, sind diese vorzulegen;
4. den sich aus der Rechnungslegung ggf. ergebenden Betrag an die Erbengemeinschaft nach dem Erblasser zu zahlen.

Für die Erfüllung der unter 1.–3. genannten Ansprüche setze ich Ihnen eine Frist bis zum .... Weiterhin fordere ich Sie bereits jetzt auf, den sich nach 4. ergebenden Betrag an die Erbengemeinschaft zu zahlen.

[Bei Alleinerben jeweils: an mich zu zahlen]

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]

Wenn Sie sich um nichts kümmern wollen, können Sie mich auch direkt beauftragen. In der Regel ist es jedoch empfehlenswert, dass Sie den Bevollmächtigten zunächst selbst in Verzug setzen. Das hat zur Folge, dass der Bevollmächtigte Ihre Anwaltskosten als Verzugsschaden ersetzen muss, wenn er die Rechnungslegung nicht (vollständig) erteilt.

Zugangsnachweis

Sie müssen dafür sorgen, dass der Zugang des Schreibens nachweisbar ist. Hierzu können Sie den Gerichtsvollzieher beauftragen oder einen Boten einsetzen. Ein Einschreiben mit Rückschein funktioniert dann, wenn der Empfänger es entgegennimmt.
Zu empfehlen ist in der Regel ein Einwurfeinschreiben. Bei diesem bestätigt der Postbote, dass er den Brief eingeworfen hat. Bitte drucken Sie sich unbedingt die Bestätigung der Post aus, die Sie nach einigen Tagen im Internet abrufen können. Das Einschreiben sollten Sie nach Möglichkeit nicht selbst abschicken, sondern eine andere Person. Diese Person sollte sinngemäß das nachfolgende Protokoll anfertigen und unterzeichnen.

Protokoll

Ich habe das Schreiben vom heutigen Tag an Frau/Herrn ... zunächst kopiert und sodann in einen Briefumschlag gesteckt und bei der Post [Bezeichnung der Postfiliale] als Einwurfeinschreiben versandt. Die Kopie des Schreibens und den Beleg der Post habe ich an dieses Protokoll angeheftet.

[Ort, Datum]

[Unterschrift]

Warten Sie nun, bis die Frist verstrichen ist oder Sie eine Antwort vom Bevollmächtigten erhalten haben! Danach kommt der komplizierte Teil. Fehlende Auskünfte müssen nachgefordert und ggf. eingeklagt werden. Die Auskünfte müssen rechtlich bewertet werden. Am Ende müssen Sie Ihren Anspruch beziffern und durchsetzen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, mich mit der Bearbeitung Ihres Falls zu beauftragen.

Ihr

Dr. Thomas Papenmeier 

Erbrechtskanzlei Papenmeier

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht Dr. Thomas Papenmeier